Alle Beiträge von Daniel

Ostara 2018

Pünktlich zum Frühlingsanfang haben wir uns am Samstag getroffen um ein Ostara-Fest zu feiern, den Winter zu verabschieden und den Frühling zu begrüßen. Passend dazu hatten wir einen der ersten richtigen Frühlingstage nach einem zähen Winter. Es war recht warm und sonnig.

Nachdem wir also an unserem Platz im Wald angekommen waren, haben wir gleich begonnen den Platz und den Altar zu schmücken und den Strohmann, welcher den Winter darstellen sollte, zu bauen.

Nachdem alle eingetroffen waren und die Vorbereitungen erledigt waren, freuten wir uns nun das Ritual zu beginnen. Dieter weihte den Platz mit einer Nemetona-Anrufung und schritt den Platz dreimal ab. Swawa rief mit dem Hammerritual den Schutz Donars herbei und Guido lud Götter und Ahnen ein. Anschließend wurden noch weitere Götter aus dem Kreis heraus eingeladen. Amalar weihte das Feuer mit Salz und Hefe und entzündete die drei Ölfackeln, die wir vor dem Altar aufgestellt hatten, für die drei Ebenen des Weltenbaums.

Tristan weihte anschließend das Speisopfer und das Trankopfer den Göttern.

Das Gebildbrot ging durch den Kreis und wurde mit den Göttern und Ahnen geteilt. Im Vorfeld hatten alle ein Hölzchen bekommen, dass ein jeder mit den Sorgen und Nöten des vergangenen Winters besprochen hat. Symbolisch wurden diese nun  eingesammelt und dem Feuer übergeben.

Da wir uns grade von Winter am verabschieden waren, verliehen wir dem mit unserer Strohpuppe nun auch Nachdruck. Mit den Worten „Nun treiben wir den Winter aus“ wurde auch diese nun dem Feuer übergeben.

Wie bei uns üblich wurde jetzt das Sumbel eröffnet und es folgten nun viele stimmungsvolle Sumbelrunden.

Wie auch letztes Jahr feierten wir, nachdem wir noch das Herdfeuerlied zum besten gaben, anschließend mit den Göttern und Ahnen weiter mit Stockbrot, Eiern und grüner Soße.

Ganz zum Schluß brachten wir noch unsere Opfergaben in den Wald und beschlossen das Blót.

Auch dieses Jahr war es wieder ein tolles und gelungenes Blót, mit einigen neuen Teilnehmern die sich ganz toll eingebracht haben. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie unser gemeinsames Vorhaben, der Heidenstammtisch und die Blótgemeinschaft, die Teilnehmer, egal ob neu dabei oder „alte Hasen“ begeistern kann und wie wir uns als Gruppe immer weiter entwickeln und immer wieder neue Ideen und Anregungen Einzug erhalten.

 

Kommentar und Distanzierung zum Heiden TV-Projekt „Swastika“

Der in Heidenkreisen und sogar darüber hinaus recht bekannte Thomas „Voenix“ Vömel hat über sein Projekt „Heiden TV“ angekündigt die Swastika rehabilitieren zu wollen. Das ganze ziert ein lachendes und winkendes, gelbes Hakenkreuz. Es soll auf der Plattform „Heiden TV“ eine mehrteilige Filmreihe zu dem Thema entstehen. https://www.facebook.com/Heiden.TV/posts/888495107977975

Da dieses Symbol in Europa allerdings absolut, und zu Recht, extrem negativ belastet ist – und es historisch auch nie eine europäische Swastika in der Form gab – entsteht gerade sehr viel Empörung außerhalb der Voenix-Fangemeinde. Dazu ist das Hakenkreuz in sämtlichen Formen in Deutschland ein verfassungsfeindliches und verbotenes Symbol.

Dass dieses Symbol in Asien durchaus positiv konnotiert ist und dort, im Buddhismus oder Hinduismus schon immer und weiterhin eine ganz andere Deutung erfährt, kann nicht rechtfertigen, dass man dieses Symbol, unter welchem in Europa im 20. Jhd. millionenfach getötet wurde, hier positiv besetzen will. Das Hakenkreuz lässt sich nicht reinwaschen und dieses fröhliche Maskottchen kommt einer offenen Verhöhnung der Opfer der NS-Zeit gleich.

Meiner Meinung nach könnte man stattdessen über Runen oder andere Symbole, die weit mehr mit unserem Heidentum zu tun haben, aufklären. Wie man anhand der jüngsten Diskussionen über die norwegischen Olympia-Pullover gesehen hat, besteht da durchaus Bedarf: http://www.taz.de/!5479216/

Aber in der heutigen Zeit das Hakenkreuz mit einem lachenden Maskottchen zu relativieren und zu verharmlosen, gerade in diesen Zeiten in denen so einige Parolen wieder salonfähig werden, wird dem Heidentum im Ganzen nur schaden. Es wird den Leuten außerhalb des Heidentums zu verstehen geben, dass wir in unseren Reihen immer noch braune Symbole oder gar Ideologien verstecken und dulden oder verharmlosen. Das ist nicht die Aufklärung für die wir stehen und hat mit unserem Selbstverständnis nichts zu tun. Diese „Umarmung“ des Hakenkreuzes im heidnischen Kontext kann die jahrelange Arbeit der Vereine, regionaler Gruppen und Einzelner die für ein wirkliches Ankommen in der Gesellschaft stand und steht um Jahre zurückwerfen oder ganz zerstören.

Nutzen ziehen da einzig und allein rechte Gruppierungen daraus.

Wir stehen für ein Heidentum ohne Relativierung und versuchtem „clean washing“ des Hakenkreuzes! Wir haben soviel positive Symbole – wir brauchen ganz sicher kein Hakenkreuz.

Ergänzung 13.02.2018: Die Nornirs Aett haben nun auch einen Text zu diesem Thema verfasst. Der Ergänzung halber möchte ich ihn hier gerne verlinken:

http://www.nornirsaett.de/heiden-tv-projekt-swastika-einladung-an-nazis-und-voelkische-verharmloser/

Der Heidenstammtisch-Coin – Geocaching

Der Heidenstammtisch Coin

Text von unserem Stammtischmitglied Daniel Ott

Die Frage wie ich darauf gekommen bin einen Coin für den Heidenstammtisch fertigen zu lassen, ist im Grunde einfach zu beantworten.
Ich war auf der Suche nach einem Unikat.
Und der Gegenstand sollte auch immer eine Bedeutung haben. Für mich bedeutet er die Ausübung meines Glaubens, und ich meine nicht zu missionieren, in die Welt zu tragen. Es geht mehr darum dem Heidentum den Rücken zu stärken, und auf Fragen zu antworten die im Bezug auf den Coin gestellt werden.
Zum Start des Coins habe ich die heimatliche Burgruine Dagstuhl gewählt. Der Cach GC2BR7G von „dummbraddel“ (der Besitzer des Schatzes) liegt zu Füßen einer mächtigen Kiefer im Schatten der Burgruine Dagstuhl.

Urkundlich erstmals 1290 erwähnt , Wurde die Burg Dagstuhl um 1270 durch den Ritter Boemund von Saarbrücken als Vorposten der Herrschaft des Kurfürsten und Erzbischofs von Trier erbaut . Als Höhenburg ist die Anlage mit Vorburg auf der Nordseite und südlicher Verteidigungsanlage mit Wallgraben, Wall und zwei Bastionen über dreihundert Meter lang .
Die Burg war eine sogenannte Friedensburg. Bei Fehden trug man diese an der Burg aus, bis ein Raubritter auf die Idee kam die Burg recht unritterlich von der nicht befestigten Seite aus zu überrennen.

Dieser Cache kann über Geocaching.com verfolgt werden, zu finden ist er unter GC2BR7G. Dort kann man sich das Listing anschauen. Leider muß man zumindest einen Account besitzen.
Der Coin hat die Track Nummer TB8M8CK, unter dieser Nummer ist es möglich den ganzen Weg des Coins zu verfolgen.
Am Ende seiner Reise kann der Finder, nachdem er ein Foto gepostet hat, entscheiden was mit dem Coin geschieht.
Entweder eine weitere Reise oder er wird ein ein Sammelobjekt.

Erläuterung zum Geocaching Grundprinzip
sozusagen eine „GPS Schnitzeljagd“.
Eine Art Schatzsuche. Die Verstecke werden anhand geografischer Koordinaten gesucht und im Internet veröffentlicht. Wer sich mit dem errechnen und übertragen von GPS Koordinaten auskennt kann an Hand von entsprechenden Karten auch mit einem Kompass zu dem gewünschten Geocache gelangen und ihn heben.
Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie häufig auch verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Der Besucher kann sich in ein Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschließend wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er zuvor gefunden wurde. Der Fund kann im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt und gegebenenfalls durch Fotos ergänzt werden. So können auch andere Personen – insbesondere der Verstecker oder Owner (englisch für „Eigentümer“)– die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen. Wesentlich beim gesamten Such- und Tauschvorgang ist, dass von anderen anwesenden Personen das Vorhaben nicht erkannt wird und so der Geocache uneingeweihten Personen verborgen bleibt.
Zur Geschichte
Der erste Geocache in Deutschland wurde am 2. Oktober 2000 vom Geocacher Ferenc südlich von Berlin in Brandenburg versteckt. Er trug den Namen First Germany und ist mittlerweile archiviert. Mit über 56.000 Stück liegen die meisten Geocaches derzeit in Nordrhein-Westfalen Die größte Geocache-Dichte beträgt ca. 4,4 Geocaches/km² in Berlin und ca. 3,6 Geocaches/km² in Hamburg (Stand: September 2017).In absoluten Zahlen ist Deutschland das Land mit der höchsten Geocacheanzahl nach den USA.
Geocoins
Geocoins sind Medaillen in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Obwohl Geocoins häufig auch auf die Reise geschickt werden, sind sie überwiegend als Sammlerstücke und Trophäen anzutreffen. Die meisten Geocoins sind im Inventar der Eigentümer und können von anderen Geocachern bei Sichtung, beispielsweise bei Events, mit einem speziellen Logeintrag (Discovered) geloggt werden.
Geocoins sind auch beliebte Geschenke zwischen Geocachern für bestimmte, erreichte Ziele, beispielsweise dem Meilenstein „1000 Geocaching-Funde“ oder zum Geburtstag. Oft sind sie auch persönliche Erinnerungsstücke für die Teilnahme an speziellen Events wie Mega- oder Giga-Events.
(quelle Wikip.)

Jul 2017

Am Samstag luden Vanessa und Tristan zum Jul-Blót zu sich nach Hause ein. Als wir am Abend eintrafen war sehr viel vorbereitet und festlich geschmückt. Eine lange Tafel wurde aufgebaut und eingedeckt und ein Klavier zum Altar umfunktioniert. Auch ein Platz für die Ahnen wurde gedeckt.

Nachdem der Kreis geschlossen wurde, eröffnete Tristan das Ritual mit der Hammerweihe und Vanessa weihte die Flamme der Jul-Kerze. Anschließend wurden drei Kerzen für die Ebenen des Weltenbaums entzündet.

Es folgten Einladungen an Wodan, Holle, Baldur, Frigga, Freyja, Heimdall und die Ahnen. Abgerundet wurden die Einladungen mit dem Lied „Kommt Ihr Wesen aus allen neun Welten…“.

Tristan weihte nun die Hörner mit Met und Apfelsaft Wodan und Iduna und opferte in eine Opferschale. Für das Speisopfer hatte Astrid einen Eber und ein Sonnenrad gebacken.

Anschließend machte das Sonnenrad die Runde an der Tafel und jeder sollte einen Spruch oder Wunsch, entweder laut oder still, dem Rad mitgeben. So besprochen wurde das Rad schließlich auch in die Opferschale gegeben. Der Eber wurde dann auch rundgegeben und man brach ein Stück ab, teilte mit Göttern, Ahnen und anderen Wesenheiten dieses Brot.

Die erste Sumbelrunde wurde auf die Götter getrunken, die zweite auf die Ahnen und die Wesenheiten des Platzes, bzw. des Hauses. In der dritten Runde erhoben wir das Horn auf unsere Gemeinschaft. Zwei freie Runden folgten noch, in welchen erzählt und gesprochen wurde, was den einzelnen noch bewegte. Dank für das vergangene Jahr und Hoffnungen und Wünsche für das kommende Jahr wurden formuliert.

Die Opferschale, die nun gut gefüllt war, wollten wir in der nahe gelegenen Saar opfern.

Dazu scheuten wir weder Wind noch Wetter und machten uns auf den etwa 15 Minuten-Marsch an das Saar-Ufer. Sabine führte die Jul-Kerze in einer Laterne mit. Am Saar-Ufer angekommen, wurde die Opferschale in der Saar entleert und die anderen Opfergaben wurden ebenfalls in den Fluß geworfen. Unsere mitgebrachten Kerzen entzündeten wir dann an der Jul-Kerze, was allerdings wegen Wind und Regen garnicht so einfach war. Anschließend stellten wir uns nochmal im Kreis auf und sangen das Herdfeuer-Lied, welches Siegfried mit der Gitarre begleitet hat.

Wieder im warmen Haus angekommen wurde nun gegessen. Es wurde wahnsinnig viel vorbereitet. Eine Kürbissuppe war die Vorspeise, eine „Bud-Spencer“-Pfanne (Bohnen und Fleisch) und Salat die Hauptspeise. Zum Nachtisch wurden Bratäpfel mit einer köstlichen Vanillesoße gereicht und es gab allerlei Gebäck in Form von Plätzchen, Kuchen und Broten. Zwischendurch wurden einige regionale Sagen von Saar und Eifel sowie das Märchen „Frau Holle“ vorgetragen.

Die Zeit verging wie im Flug und es wurde viel zu schnell sehr spät! Für uns als Guppe war das diesmal das erste Blót, welches wir nicht im Freien abgehalten haben und wir waren uns einig, dass es nicht unser letzes Haus-Blót war. Gerade zur Jul-Zeit bietet diese Form der Feier doch einige Vorteile. Es war sehr schön und es herrschte eine harmonische und warme Atmosphäre. Dafür danke ich allen die teilgenommen haben und vor allem den Gastgebern, die wirklich sehr viel Mühe und auch viel Freude in dieses Fest gesteckt haben!

 

Winterblót 2017 in Heidelberg

Am 04.11.2017 fand ein gemeinsames Winterblót in Heidelberg statt. Eingetroffen waren Vertreter der Gruppen und Stammtische aus Heidelberg und Mannheim (der Gastgeber Heidenstammtisch Rhein-Neckar und die Sippe Mannheim), Darmstadt (Heidenstammtisch Drei Eichen), Frankfurt (Fafnirs Hort), dem Saarland, sogar vom Eldaring-Stammtisch Ruhrgebiet und von uns, dem Heidenstammtisch Trier.

Wir waren recht früh da, um auch noch etwas bei der Vorbereitung mitzuhelfen. Zu allererst allerdings durften wir den tollen und riesigen Platz der Hellenbach Hütte bewundern, welche an einem alten Steinbruch gelegen ist. Hier mal ein paar Eindrücke:

Aufgefallen ist uns auch dieser Stein, der an der großen Feuerstelle stand:

Das Wetter war trotz der Jahreszeit durchgehend stabil und angenehm. So nach und nach füllte sich der Platz dann und es gab sehr viele Wiedersehen. Teilweise hatte man sich erst vor kurzem beim Eldathing oder in Berkum getroffen, es gab aber auch Wiedersehen die mehrere Jahre gedauert und mich sehr gefreut haben. Aber wie immer konnte man auch sehr viele Teilnehmer neu kennen lernen und schnell fand man überall ins Gespräch. Insgesamt waren wir schätzungsweise etwa 30 Teilnehmer. Im Laufe der Zeit füllte sich auch der Altar, da aus jeder Gruppe etwas beigetragen wurde.

Als es dann anfing dunkel zu werden wurde zum Blót gerufen und wir versammelten uns um das Feuer.  Andreas aus Frankfurt begann mit der Hammerweihe um den Kreis zu schließen.

Es folgte das Neun Welten Lied, welches Nathalie, unsere Blótleiterin, vorsang und wir Zeile für Zeile nachsangen.

Annika trug nun ein sehr schönes selbstgeschriebenes und bis dahin nie vorgetragenes Gedicht an die Göttin Sif vor.

Da das Winterblót neben dem Erntedank auch immer einen sehr starken Bezug zu den Ahnen hat, ja eigentlich das Ahnenblót schlechthin ist, wurden nun auch die Ahnen eingeladen und mit dem Ahnenlied geehrt.

Andreas von Fafnirs Hort, der ja ein tolles Talent hat, immer den Bogen zu moderner Lyrik zu schlagen, wie er schon bei einigen Ritualen, bei denen ich die Ehre hatte dabei sein zu dürfen, gezeigt hatte, trug jetzt passenderweise das Gedicht „Wenn enna dot is“ von Kurt Tucholsky vor.

Jetzt waren die Ahnen eingeladen und geehrt und wir konnten Speis und Trank mit ihnen teilen. Dazu wurden die Opferbrote rundgegeben. Man brach sich ein Stück ab und teilte mit Göttern und Ahnen. Abgeschlossen wurde diese Opferung mit einer Sumbelrunde für die Ahnen.

Nachdem sichergestellt war, dass alles gesagt war, was gesagt werden musste und alles geopfert war, was geopfert werden musste, wurde der Kreis wieder geöffnet und das Blót mit dem Lied „Die Regenfrau“ beendet.

Und wie das so üblich ist, wurde anschließend vereinzelt weiter gesumbelt oder man fand sich in geselligen Runden ein, während das Grillrost vorbereitet wurde.

Im Laufe des späten Abends wurde der Kreis dann immer kleiner und auch wir mussten schließlich aufbrechen und die Heimreise antreten.

Wir danken allen Organisatoren und Teilnehmern, vor allem Ines und Nathalie, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben! Es ist immer toll zu sehen, wie Engagement und Herzblut mit einer solch tollen und gelungenen Veranstaltung belohnt werden und wie weit und gut die Vernetzung zwischen den Gruppen und Stammtischen mittlerweile dank solch regelmäßiger Mühen und Veranstaltungen funktioniert.

Eldathing 2017

Für das jährliche Eldathing lud der Eldaring e.V. dieses Jahr auf die Burg Ludwigsstein in Witzenhausen ein. Diese Burg ist ja vielen bekannt als der Veranstaltungsort für das ebenfalls jährliche und sehr beliebte Ostara-Fest.

Vom Heidenstammtisch Trier reisten wir zu dritt am Donnerstag an und kämpften uns durch Baustellen und Staus. Endlich am späten Nachmittag angekommen begrüßten wir zunächst die bereits Anwesenden und anschließend bezogen wir unsere Zimmer. Nach und nach füllte sich die Burg immer weiter und man konnte sich darauf freuen viele bekannte Gesichter zu treffen, aber auch sehr viele neu kennenzulernen. So mach einen kannte man bereits online und hatte im Forum oder bei Facebook schon so manches Gespräch oder Diskussion miteinander geführt. Umso schöner war dann das echte kennenlernen! Mich freute auch, von mehreren Teilnehmern darauf angesprochen, zu erfahren, dass unsere Homepage und auch unsere Facebook-Präsenz immer bekannter werden und es viele Mitleser gibt, die uns hier regelmäßig besuchen.

Am Abend wurde dann zum Begrüßungsritual gerufen und der Thingfrieden ausgerufen. Jeder Teilnehmer stellte sich im Rund mit seinem Namen vor, erklärte warum er oder sie anwesend ist und bekräftigte den Thingfrieden. Der erste Tag schloss dann in geselliger Runde um das Feuer, mit Liedern, Gesprächen und Met.

Nach dem Frühstück begann am Freitag dann der erste Vortrag. Dabei ging es um einen Bericht und eine Bewertung der Fachtagung „Odin mit uns“ http://wikingerkult-und-rechtsextremismus.de/ bei welcher vor ein paar Wochen hochkarätige Wissenschaftler aus den Bereichen Archäologie und Sozialwissenschaften referiert hatten. Ralf und Martje von Beowulf Schleswig waren bei dieser Tagung als Gäste vor Ort und erzählten von ihren Eindrücken und den Gesprächen mit anderen Gästen und Referenten.

Der nächste Workshop, an welchem ich teilgenommen habe war eine meditative Reise nach Vinland. Vorbereitet wurde diese Reise durch einen Vortrag über die frühen Entdecker Amerikas und auch interessante Einblicke in die Kultur der amerikanischen Ureinwohner und ein Brainstorming über die Fauna der Tiere die in Vinland zuhause sind. Es wurde festgestellt, dass es auch viele Tiere gibt, die auf beiden Kontinenten zu Hause sind und die als Totem oder Wappentiere bei den Indianern, wie auch den Wikingern eine große Rolle spielten, wie etwa Wölfe, Raben oder Bären. Auf dem Höhepunkt der meditativen Reise begegneten wir dann einem Tier und es sollte mit uns sprechen. Insgesamt war das ein sehr faszinierendes Erlebnis und Petra, die uns durch diese Reise leitete, verstand es uns auf diese Reise zu fokussieren, und selbst wenn man gewöhnlich Probleme hat, sich auf so etwas einzulassen, besonders in großer Runde wurde es ganz leicht diese Reise anzutreten.

In den kommenden Tagen standen noch einige Vorträge und Workshops auf dem Plan und es war für jeden etwas dabei. Eine Filmvorführung über eine Schiffsreise nach Vinland rundete das Angebot noch ab.

Auch wer sich eindecken wollte mit Schmuck, Met, CD´s, T-Shirts, Aufnähern, Büchern, Wolle oder Fensterbildern hatte reichlich Gelegenheit und Auswahl. Im Rittersaal gab es wie jedes Jahr mehrere Verkaufsstände, die von Mitgliedern des Eldarings betrieben wurden und wo so manches Schnäppchen ergattert wurde.

Am Freitag folgte dann das große Thing, in dem diskutiert und debattiert wurde. Erfreulicherweise war dies ein sehr konstruktives und friedliches Thing und man bemerkte, dass allen Mitgliedern sehr viel am Eldaring gelegen ist und es hier nicht einfach irgendein Verein ist, sondern sich alle mit den Zielen identifizieren und sich einbringen. Am Samstag zur Mitgliederversammlung musste über die meisten Themen so nur noch abgestimmt werden.

Nach der Mitgliederversammlung ertönte bald das Horn, welches zum Blót rief. An der großen Feuerstelle wurden ein Korb und ein Sack mit Getreide platziert und der Altar wurde geschmückt. Zu Beginn des Rituals wurden unsere Nachkommen geehrt und bedacht, indem man die Namen unserer Kinder in die Runde rief. Nach einem gemeinsamen Lied und der Hammerweihe wurde das Rund in vier Sumbelrunden geteilt. In vier Gruppen wurden nun die drei klassischen Sumbelrunden um einen Fackelträger herum abgehalten.

Anschließend wurde das große Rund wiederhergestellt und man konnte nacheinander zum Feuer gehen um zu opfern. Entweder konnte man jetzt eigene private Opfer dem Feuer übergeben, oder man nahm sich eine Hand voll Getreide aus dem Sack oder dem Korb und opferte das dem Feuer. Während der Opferung wurde folgender Spruch aus dem Grottasöngr (Mühlenlied) zitiert und immer wieder wiederholt:

„Wir mahlen Macht, wir mahlen Heil, wir mahlen Gut auf der Glücksmühle. Sitz im Reichtum, ruh auf Daunen, erwach zur Wonne, so mahlten wir wohl!

Kränken soll hier keiner den anderen, Böses wirken, Blut vergießen; das scharfe Schwert schwinge keiner, ob gebunden er fände des Bruders Mörder!“

Das Ritual wurde mit dem Herdfeuerlied beschlossen. Am Abend gab es dann noch ein Konzert der Meystersinger.

Auch dieser Abend schloss dann gesellig im Gewölbekeller ab.

Der Vorstand verabschiedete dann am nächsten Morgen die Teilnehmer im Burghof mit einem kleinen Abschiedsritual und der Thingfrieden wurde aufgehoben.

Wie immer was das Eldathing wieder ein sehr schönes Erlebnis von Gemeinschaft und Freundschaft mit Gleichgesinnten. Die Organisatoren haben ganze Arbeit geleistet und gewährleisteten einen reibungslosen, ja einen geradezu routinierten Ablauf. Vielen Dank an die Organisatoren, an den Vorstand und an alle Teilnehmer für ein unvergessliches Thing, aus dem wir viel Inspiration nach Trier mitnehmen!

Herbstblót 2017 bei Rheingold Köln in Berkum

Am 07.10.2017 luden unsere Freunde von der Eldaring-Gruppe Rheingold Köln den Eldaringstammtisch aus dem Ruhrgebiet und uns Trierer zu einem Herbstblót in eine Grillhütte in Berkum in der Nähe von Bonn. Wir vom Heidenstammtisch Trier waren dieses Jahr mit vier Teilnehmern dieser Einladung gefolgt.

Dieser Grillplatz wurde in einen alten Steinbruch integriert und ist von Steilhängen umgeben, so dass dieser komplett umschlossen ist. Wir kamen also am Mittag an und halfen direkt beim Aufbau und den Vorbereitungen und richteten schon unsere Schlaflager ein. Dazu gab es überdachte Flächen, die mit Planen noch wetterfest gemacht wurden.

Nach und nach füllte sich der Platz immer mehr und man feierte Wiedersehen und lernte auch viele neue Leute kennen und auch der Altar wurde immer voller. Schließlich waren wir etwa 35 Teilnehmer. Es wurden noch ein paar Erledigungen und letzte Einkäufe unternommen bevor dann zum Tagesblót gerufen wurde.

Nachdem der Thingfrieden von Sebastian ausgerufen wurde und die Teilnehmer mit Salbeirauch auf das Blót vorbereitet und eingestimmt wurden, begann Rex, der Blótleiter, mit einem Hammerritual, gefolgt von einer Anrufung von Göttern, Ahnen und Wesenheiten des Platzes. In diesem Ritual wurde gesungen und Texte vorgetragen und schließlich mit den drei klassischen Sumbelrunden abgeschlossen. Anschließend wurde das an Mittsommer gefertigte Sonnenrad und weitere persönliche Opfergaben feierlich dem Feuer übergeben.

Nun wurde für das leibliche Wohl gesorgt, dass Grillrost befüllt und die Salatschüsseln geöffnet. Jetzt war wieder viel Raum für alle Teilnehmer für interessante Gespräche und geselliges Beisammensein.

Am fortgeschrittenen Abend wurde zum Nachtblót gerufen und der Zwergenaltar, welcher sich unter dem eigentlichen Altar befand, wurde geöffnet. Dieser „unterirdische“ Altar war mit Schmuck, Metall und Steinen geschmückt und mit bunten Lichtern dekoriert und speziell den Schwarzalben gewidmet.

Neun Fackeln wurden entzündet, stellvertretend für jede der neun Welten und Sebastian, der dieses Blót leitete, richtete vor dem Sumbel ein paar Worte an uns und stimmte alle so auf die besinnliche Zeit vor uns und besonders auf dieses schöne Nachtblót für das Volk der Schwarzalben und unserer Ahnen ein.

Nach diesem Blót zu später Stunde verabschiedeten sich dann leider die ersten Teilnehmer und der Kreis wurde etwas kleiner. Trotz des nun einsetzenden Dauerregens tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Um das Lagerfeuer herum entstand nun eine Sumbelrunde von etwa 8 – 10 Leuten aus allen drei vertretenen Herden. Nach über vier Stunden Sumbel, das Morgengrauen ließ sich schon erahnen, war der Met, Weißwein, Viez und sogar der Whisky (!) leergesumbelt und das Feuerholz aufgebraucht. Wer jetzt glaubt, dass das eher ein Besäufnis ohne Sumbeldisziplin war, der irrt sich gewaltig. Es wurde kreativ, nachdenklich, anregend und natürlich auch mal scherzhaft gesumbelt und bis zum Schluss herrschte die nötige Ernsthaftigkeit und es blieb die ganze Zeit über ein Sumbel, ein Ritual. Für mich persönlich das beeindruckteste Highlight dieses tollen Herbstfestes, trotz kompletter Durchnässung.

Am nächsten Morgen halfen dann alle beim Aufräumen und am Vormittag wurde der Thingfrieden nach einem kleinen Abschiedssumbel aufgelöst.

Ich danke Rheingold Köln für die Einladung und die Mühe die sie in die Vorbereitung dieses Festes gesteckt haben und allen Teilnehmern und Freunden aller beteiligten Stammtische für dieses gelungene und stimmungsvolle Fest.

Ausflug zum Römertempel Tawern

Am Samstag den 26.08.2017, so ziemlich genau ein Jahr nach unserem Hochwald-Thing, hatten wir einen Ausflug geplant. Das Ziel war der Römertempel in Tawern. Amalar hat dazu eine Wanderroute ausgearbeitet und das Wetter war optimal – nicht zu heiß und trotzdem sonnig und freundlich und vor allem trocken. Wir trafen uns auf dem Parkplatz von dem wir noch etwa 15 Minuten Fußweg zur Tempelanlage hatten.

Oben angekommen – es war leider viel steiler als ich gehofft hätte – wurden wir von einer tollen Aussicht bis nach Trier belohnt. Das war wohl auch von den Tempelerbauern zur Römerzeit so gedacht worden, wie Lukasz, der unser Führer war, erzählte.

Dieser Tempel war in der Antike an einer der Hauptreiserouten gelegen und war dem Merkur geweiht, der als Gott der Händler und der Reisenden verehrt wird. Nach der interpretatio romana wurde dieser mit dem germanischen Gott Wodan gleichgesetzt. Im Haupttempel war die Nachbildung einer Statue aufgestellt die den gallo-romanischen Merkur darstellt. Der Kopf wurde auch genauso dort gefunden, in einem Brunnen auf der Anlage.

Dann gab es noch einen sehr interessanten Nebentempel. Dort wurden Statuen und Bildnisse von z.B. Epona, Apollon, Isis und Serapis verehrt, die ebenfalls in dem Brunnen gefunden wurden. Alle Statuen und Bildnisse wurden in der ersten spätantiken Christianisierung dort geköpft und „entsorgt“.

Weiter ging die Führung durch die Tempelanlage, die ich hier einfach mit ein paar Fotos dokumentieren möchte:

Das untere rechte Bild stellt übrigens Herkules (interpretatio romana: Donar) dar.

Den Abschluss der Führung fanden wir dann in einem Gebäude dessen Zweck nicht bekannt ist. Eine Theorie besagt, dass es sich um eine Art Gasthaus handelte, welches sich etwas abseits der Tempel befand, da auch eine Feuerstelle nachgewiesen werden konnte.

Dort haben wir dann auch eine kurze Pause gemacht und uns noch etwa eine halbe Stunde über historische und heidnische Themen ausgetauscht. Anschließend begannen wir unsere Wanderung. Amalar hatte da eine tolle Route ausgemacht, vorbei an Weiden und Streuobstwiesen.

Nach etwa einer Stunde stießen wir am Waldrand auf einen tollen alten Birnbaum.  Wir waren uns einig – dass sollte unser Blótplatz werden!

Wir bereiteten das Ritual nun vor und schmückten den Platz ein wenig.

Wir schritten den Platz gemeinsam dreimal ab während Erinn den Schutz von Nemetona herbeisang. Anschließend schlossen wir den Kreis und feierten ein kleines aber sehr stimmungsvolles Blót und luden keltische, römische und germanische Götter, Ahnen und Wesenheiten der Gegend ein und ehrten diese und den alten Baum.

Nachdem wir dieses Ritual beendet hatten und den Platz wieder aufäumten, setzen wir unsere Wanderung fort.

Es war ein gelungener Ausflug, der allen viel Spass und Freude bereitet hatte. Auch werden wir so etwas in Zukunft sicher häufiger machen. Unsere Gegend ist schließlich voll mit alten heiligen Stätten der Kelten und Römer. Auch ein besonderer Dank an Lukasz, der wieder eine interessante und kurzweilige Führung trotz seines Terminstress geboten hat und an Amalar der den Ausflug geplant hatte. Auch an alle die dabei waren ein riesiges Dankschön – es ist immer wieder toll!

Vorstellung von Daniel

Name: Daniel
Geboren: 1981
Beruf: Sachbearbeiter
Interesse am Heidentum seit: 2005
Beim Heidenstammtisch Trier seit: Gründungsmitglied
Im Eldaring seit: 2006

Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder, einen Hund und zwei Katzen. Ich wohne und arbeite in Trier. Seit 2013 organisiere ich den Stammtisch und bin seit 2014 der Herdwart für (das westliche) Rheinland-Pfalz und das Saarland für den Eldaring e.V.. Beruflich arbeite ich als Sachbearbeiter in der öffentlichen Verwaltung. Zum Heidentum bin ich über Interesse an Geschichte und Mythologien gekommen. Anfangs war es eher befremdlich festzustellen, dass es tatsachlich Heiden gibt, die die alten Götter verehren, aber je mehr man sich damit befasst hat um so richtiger hat es sich angefühlt. Ich stehe für ein aufgeklärtes und bodenständiges Heidentum und bezeichne mich als Asatru.