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Herbstblót 2017 bei Rheingold Köln in Berkum

Am 07.10.2017 luden unsere Freunde von der Eldaring-Gruppe Rheingold Köln den Eldaringstammtisch aus dem Ruhrgebiet und uns Trierer zu einem Herbstblót in eine Grillhütte in Berkum in der Nähe von Bonn. Wir vom Heidenstammtisch Trier waren dieses Jahr mit vier Teilnehmern dieser Einladung gefolgt.

Dieser Grillplatz wurde in einen alten Steinbruch integriert und ist von Steilhängen umgeben, so dass dieser komplett umschlossen ist. Wir kamen also am Mittag an und halfen direkt beim Aufbau und den Vorbereitungen und richteten schon unsere Schlaflager ein. Dazu gab es überdachte Flächen, die mit Planen noch wetterfest gemacht wurden.

Nach und nach füllte sich der Platz immer mehr und man feierte Wiedersehen und lernte auch viele neue Leute kennen und auch der Altar wurde immer voller. Schließlich waren wir etwa 35 Teilnehmer. Es wurden noch ein paar Erledigungen und letzte Einkäufe unternommen bevor dann zum Tagesblót gerufen wurde.

Nachdem der Thingfrieden von Sebastian ausgerufen wurde und die Teilnehmer mit Salbeirauch auf das Blót vorbereitet und eingestimmt wurden, begann Rex, der Blótleiter, mit einem Hammerritual, gefolgt von einer Anrufung von Göttern, Ahnen und Wesenheiten des Platzes. In diesem Ritual wurde gesungen und Texte vorgetragen und schließlich mit den drei klassischen Sumbelrunden abgeschlossen. Anschließend wurde das an Mittsommer gefertigte Sonnenrad und weitere persönliche Opfergaben feierlich dem Feuer übergeben.

Nun wurde für das leibliche Wohl gesorgt, dass Grillrost befüllt und die Salatschüsseln geöffnet. Jetzt war wieder viel Raum für alle Teilnehmer für interessante Gespräche und geselliges Beisammensein.

Am fortgeschrittenen Abend wurde zum Nachtblót gerufen und der Zwergenaltar, welcher sich unter dem eigentlichen Altar befand, wurde geöffnet. Dieser „unterirdische“ Altar war mit Schmuck, Metall und Steinen geschmückt und mit bunten Lichtern dekoriert und speziell den Schwarzalben gewidmet.

Neun Fackeln wurden entzündet, stellvertretend für jede der neun Welten und Sebastian, der dieses Blót leitete, richtete vor dem Sumbel ein paar Worte an uns und stimmte alle so auf die besinnliche Zeit vor uns und besonders auf dieses schöne Nachtblót für das Volk der Schwarzalben und unserer Ahnen ein.

Nach diesem Blót zu später Stunde verabschiedeten sich dann leider die ersten Teilnehmer und der Kreis wurde etwas kleiner. Trotz des nun einsetzenden Dauerregens tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Um das Lagerfeuer herum entstand nun eine Sumbelrunde von etwa 8 – 10 Leuten aus allen drei vertretenen Herden. Nach über vier Stunden Sumbel, das Morgengrauen ließ sich schon erahnen, war der Met, Weißwein, Viez und sogar der Whisky (!) leergesumbelt und das Feuerholz aufgebraucht. Wer jetzt glaubt, dass das eher ein Besäufnis ohne Sumbeldisziplin war, der irrt sich gewaltig. Es wurde kreativ, nachdenklich, anregend und natürlich auch mal scherzhaft gesumbelt und bis zum Schluss herrschte die nötige Ernsthaftigkeit und es blieb die ganze Zeit über ein Sumbel, ein Ritual. Für mich persönlich das beeindruckteste Highlight dieses tollen Herbstfestes, trotz kompletter Durchnässung.

Am nächsten Morgen halfen dann alle beim Aufräumen und am Vormittag wurde der Thingfrieden nach einem kleinen Abschiedssumbel aufgelöst.

Ich danke Rheingold Köln für die Einladung und die Mühe die sie in die Vorbereitung dieses Festes gesteckt haben und allen Teilnehmern und Freunden aller beteiligten Stammtische für dieses gelungene und stimmungsvolle Fest.

Ausflug zum Römertempel Tawern

Am Samstag den 26.08.2017, so ziemlich genau ein Jahr nach unserem Hochwald-Thing, hatten wir einen Ausflug geplant. Das Ziel war der Römertempel in Tawern. Amalar hat dazu eine Wanderroute ausgearbeitet und das Wetter war optimal – nicht zu heiß und trotzdem sonnig und freundlich und vor allem trocken. Wir trafen uns auf dem Parkplatz von dem wir noch etwa 15 Minuten Fußweg zur Tempelanlage hatten.

Oben angekommen – es war leider viel steiler als ich gehofft hätte – wurden wir von einer tollen Aussicht bis nach Trier belohnt. Das war wohl auch von den Tempelerbauern zur Römerzeit so gedacht worden, wie Lukasz, der unser Führer war, erzählte.

Dieser Tempel war in der Antike an einer der Hauptreiserouten gelegen und war dem Merkur geweiht, der als Gott der Händler und der Reisenden verehrt wird. Nach der interpretatio romana wurde dieser mit dem germanischen Gott Wodan gleichgesetzt. Im Haupttempel war die Nachbildung einer Statue aufgestellt die den gallo-romanischen Merkur darstellt. Der Kopf wurde auch genauso dort gefunden, in einem Brunnen auf der Anlage.

Dann gab es noch einen sehr interessanten Nebentempel. Dort wurden Statuen und Bildnisse von z.B. Epona, Apollon, Isis und Serapis verehrt, die ebenfalls in dem Brunnen gefunden wurden. Alle Statuen und Bildnisse wurden in der ersten spätantiken Christianisierung dort geköpft und „entsorgt“.

Weiter ging die Führung durch die Tempelanlage, die ich hier einfach mit ein paar Fotos dokumentieren möchte:

Das untere rechte Bild stellt übrigens Herkules (interpretatio romana: Donar) dar.

Den Abschluss der Führung fanden wir dann in einem Gebäude dessen Zweck nicht bekannt ist. Eine Theorie besagt, dass es sich um eine Art Gasthaus handelte, welches sich etwas abseits der Tempel befand, da auch eine Feuerstelle nachgewiesen werden konnte.

Dort haben wir dann auch eine kurze Pause gemacht und uns noch etwa eine halbe Stunde über historische und heidnische Themen ausgetauscht. Anschließend begannen wir unsere Wanderung. Amalar hatte da eine tolle Route ausgemacht, vorbei an Weiden und Streuobstwiesen.

Nach etwa einer Stunde stießen wir am Waldrand auf einen tollen alten Birnbaum.  Wir waren uns einig – dass sollte unser Blótplatz werden!

Wir bereiteten das Ritual nun vor und schmückten den Platz ein wenig.

Wir schritten den Platz gemeinsam dreimal ab während Erinn den Schutz von Nemetona herbeisang. Anschließend schlossen wir den Kreis und feierten ein kleines aber sehr stimmungsvolles Blót und luden keltische, römische und germanische Götter, Ahnen und Wesenheiten der Gegend ein und ehrten diese und den alten Baum.

Nachdem wir dieses Ritual beendet hatten und den Platz wieder aufäumten, setzen wir unsere Wanderung fort.

Es war ein gelungener Ausflug, der allen viel Spass und Freude bereitet hatte. Auch werden wir so etwas in Zukunft sicher häufiger machen. Unsere Gegend ist schließlich voll mit alten heiligen Stätten der Kelten und Römer. Auch ein besonderer Dank an Lukasz, der wieder eine interessante und kurzweilige Führung trotz seines Terminstress geboten hat und an Amalar der den Ausflug geplant hatte. Auch an alle die dabei waren ein riesiges Dankschön – es ist immer wieder toll!

Vorstellung von Daniel

Name: Daniel
Geboren: 1981
Beruf: Sachbearbeiter
Interesse am Heidentum seit: 2005
Beim Heidenstammtisch Trier seit: Gründungsmitglied
Im Eldaring seit: 2006

Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder, einen Hund und zwei Katzen. Ich wohne und arbeite in Trier. Seit 2013 organisiere ich den Stammtisch und bin seit 2014 der Herdwart für (das westliche) Rheinland-Pfalz und das Saarland für den Eldaring e.V.. Beruflich arbeite ich als Sachbearbeiter in der öffentlichen Verwaltung. Zum Heidentum bin ich über Interesse an Geschichte und Mythologien gekommen. Anfangs war es eher befremdlich festzustellen, dass es tatsachlich Heiden gibt, die die alten Götter verehren, aber je mehr man sich damit befasst hat um so richtiger hat es sich angefühlt. Ich stehe für ein aufgeklärtes und bodenständiges Heidentum und bezeichne mich als Asatru.

Das Heidentum? – Oder viele Heidentümer?

Unser Stammtisch verfolgt ein offenes Konzept. Das bedeutet, dass wir germanische Heiden, keltische Heiden und Hexen in unseren Reihen haben und offen für alle paganen Richtungen sind. Da wir uns auf unsere Gemeinsamkeiten besinnen, gewinnen wir alle aus dieser Situation und können unseren Horizont und unser Wissen kontinuierlich erweitern.

Wenn wir uns diese Bezeichnungen, wie z.B. germanischer Heide aber mal genauer ansehen, fällt schon in unserer Gruppe auf, dass dies sehr unterschiedlich interpretiert wird. Der eine hat einen philosophischen Zugang zum Heidentum, der andere einen stark theistischen, der eine legt den Focus auf die Ahnenverehrung, der andere auf die Götter und manch einer sogar auf Loki und die Riesen. Unterschiedliche Aspekte derselben „Sache“ sprechen die Heiden unterschiedlich an und beschäftigen diese in verschiedenster Intensität. Diese Schwerpunkte verändern sich in der Regel auch im Laufe der Zeit. Mein individuelles Heidentum ist zum Beispiel heute ein ganz anderes als vor zehn Jahren. Es entwickelt sich fortlaufend. In der Gruppe, wie bei unserem Stammtisch, ist das oftmals übersichtlich und man kennt einander – oder lernt sich kennen und verstehen.

Wenn wir den Blick mal über das gesamte Heidentum in Deutschland schweifen lässt, dann stellt man fest, dass jede grobe heidnische Richtung so ihre Grabenkämpfe hat. Ich lasse jetzt mal bewusst den rechten Rand außen vor, es geht mir in erster Linie um das Heidentum, welches im Selbstverständnis eine recht deutliche Abgrenzung zu diesem Bereich hat.

Stark vereinfacht lässt sich feststellen, dass es im Wesentlichen – nach meiner Beobachtung – folgende Ausprägungen von Heiden gibt, auch wenn es in dieser Beschreibung jetzt zunächst nur sehr oberflächliche Pauschalisierungen sind und Überschneidungen die Regel:

1. Die Heiden, die sich als Heiden einer alten, mehr oder weniger ungebrochenen Tradition sehen. Oftmals ist Gewandung in diesen Kreisen weit verbreitet. Da aber tatsächlich historisch gesehen sehr viel verloren gegangen ist, ist die Quellenlage nicht immer eindeutig und rekonstruiert. Dennoch ist ein klarer Hang zum Alten erkennbar, ein Hauch Reenactment im Heidentum ohne unbedingt historisch authentisch sein zu können. Daraus können sich sich auch sehr fantasylastige Formen entwickeln.

2. Die Heiden, die sich als moderne Heiden verstehen. Man versucht das Heidentum, in die heutige Zeit zu transportieren, und hat in der Regel auch kein Problem damit neue Rituale und Traditionen zu entwickeln oder zu übernehmen. Gewandung ist hier eher selten. Oft wird hier eine „Was nicht passt – wird passend gemacht“-Mentalität unterstellt.

Dann gibt es noch die Frage wie wichtig die Quellen sind. Während es sehr akademisch orientierte Heiden gibt, denen es wichtig ist für alles eine Quelle nennen zu können und viele Traditionen und Rituale rekonstruieren, gibt es dann auch die Heiden die weitaus mehr Wert auf ihr „Bauchgefühl“ legen. Hier gibt es viel Konfliktpotenzial, denn währen die „wissenschaftlichen“ Heiden oftmals arrogant wirken, da diese alles hinterfragen und so manches „spirituelles Kartenhaus“ in ihrem meistens gutgemeinten Aufklärungswillen einfach so einstürzen lassen, das so manch anderem „Bauchgefühl“-Heiden sehr wichtig geworden sein mag. In sozialen Netzwerken und Foren im Internet kann man solche Diskussionen immer wieder beobachten. Das Problem, das dadurch entsteht, ist meiner Meinung nach, dass beide Gruppen anfangen unter sich zu bleiben, und die einen womöglich den Bezug zum gelebten Heidentum in Ihren Diskussionen verlieren, während die anderen in eine Blase geraten, die auch den Weg in gefährlichere Theorien, wie der Ariosophie ebnen, eine Gleichgültigkeit oder gar Ablehnung gegenüber der Wissenschaft entstehen lassen können. Häufig sehe ich in dieser Gruppe leider einen Hang dubiose Symboliken (z. B. Schwarze Sonne, Kolvrat) zu nutzen bzw. zu relativieren oder eine Affinität zu Verschwörungstheorien entstehen (besonders häufig zur Ablehnung der Schulmedizin). Die Situation wirkt also häufig wie „Spiritualität gegen Wissenschaft“.

Besonders heikel ist allerdings wenn die Medien das Heidentum darstellen. Ein durchschnittlicher Journalist geht da nicht mit dem erforderlichen Fingerspitzengefühl heran, bzw. weiß nichts von den Strömungen des Heidentums. Natürlich ist es für einen Journalisten und auch für die Öffentlichkeit interessanter über die zu berichten oder zu erfahren, welche herausstechen und auffallen. Und während es den einen Heidengruppen und den Vereinen darum geht, den Heiden in der Mitte der Gesellschaft darzustellen und Vorurteile abzubauen, mit Quellen und Grundlagen eine gewisse Seriosität zu vermitteln, stellt die andere Heidengruppe das Paradiesvogelimage heraus und stellt sich so bewusst abseits der Gesellschaft. Entweder durch das äußere Erscheinungsbild oder bspw. durch zur Schau gestellte esoterische Praktiken. Ich finde das problematisch da man unter Umständen gehemmt ist sich als Heide zu „outen“, da dies in der öffentlichen Wahrnehmung ggf. negativ aufgefasst wird. Besonders wenn man öffentlich für einen Stammtisch oder einen Verein aktiv ist, kann das im Privatleben oder Berufsleben zu Konflikten oder Diskussionen führen. Das kann in der Heidenszene natürlich weiter zur Eskalation führen und die Gräben weiter aufreißen, was von außen betrachtet dann wie eine zerstrittene und uneinige Heidenszene aussieht. Hier werden dann bestimmte Ursachen reingedeutet, wie Egozentrik einzelner, Arroganz und Geltungssucht anderer Gruppen, oder gar ein Missionierungsziel oder Dogmatisierungen. Ich denke das ist allerdings lediglich die Folge des Unverständnisses, dass es es nicht ein Heidentum oder eine Heidenszene, mit einer ähnlichen Zielsetzung gibt, sondern nach meiner Auffassung verschiedenste Heidentümer, die fast unterschiedlicher und teilweise sogar gegensätzlicher kaum sein könnten. Probleme gibt es immer dann, wenn jemand von intern oder extern versucht das Heidentum zu definieren und allgemeingültig darzustellen – denn das kann nicht funktionieren und wird immer zu Konflikten führen.

Eine Lösung für dieses Problem in Gänze kann ich hier auch nicht bieten, nur ein persönliches Fazit ziehen.

Wichtig ist natürlich erst mal das Besinnen auf die Gemeinsamkeiten und der der offene Austausch. Es darf auf keinen Fall der Wunsch oder der Eindruck entstehen den anderen überzeugen zu wollen. Austausch kann nur dann funktionieren wenn man bereit ist voneinander zu lernen. Natürlich ist das etwas differenzierter zu sehen, wenn z. B. Thesen der Ariosophie , Theosophie oder rechte, bzw. NS-Propaganda und Symboliken unter der Fahne des Heidentums verbreitet werden. Dagegen muss vehement und konsequent vorgegangen werden. Aber auch hier erreicht man mit Fingerspitzengefühl oft mehr als nur mit dem erhobenen Zeigefinger, vor allem wenn es aus Unwissenheit passiert. Man muss auch akzeptieren, dass nicht jeder Heide Lust, Zeit oder die Möglichkeiten hat sich mit archäologischen Erkenntnissen oder mit den Thesen von C.G. Jung zu befassen und einfach die Spiritualität oder das Gefühl lebt, die beispielsweise am Blótfeuer oder schlicht bei einem Waldspaziergang entsteht. Andersherum sollte man dann aber auch unterscheiden können zwischen der privaten und erlebten Spiritualität und Auffassung und dem was man ggf. als allgemeingültig darstellen kann.

Wenn man Veranstaltungen organisiert, Interviews gibt oder Blogs bzw. Beiträge in sozialen Netzwerken oder Foren schreibt sollte man tunlichst vermeiden sich anzumaßen für das ganze Heidentum zu sprechen oder zu schreiben oder gar über die jeweils andere Seite herzuziehen. Ich denke wenn man diese Punkte beherzigt und erkennt, dass das Heidentum für jeden ein bisschen anders ist kann man diese Grabenkämpfe vermeiden und insgesamt verringern. Was bei uns beim Stammtisch im Kleinen möglich ist, kann theoretisch auch im Großen möglich sein.

Anmerkung des Autors: Der Vollständigkeit halber möchte ich anfügen, dass der Text ausschließlich meine Meinung und Gedanken wiedergibt und nicht stellvertretend für den ganzen Stammtisch steht.

Mittsommer 2017

 

Am Nachmittag des 24.06. beging der Heidenstammtisch Trier das  Mittsommerfest 2017!

Dazu trafen wir uns wieder in der Nähe von Aach bei dem schön gelegen Platz, auf dem wir mittlerweile schon einige Blóts gefeiert haben.  Wir wollten dort die Nacht verbringen und ein tolles Blót feiern. Das Tolle an dem Platz ist, dass dieser durch den überhängenden Felsen absolut witterungsgeschützt ist, und daher den Aufenthalt bei jedem Wetter erlaubt und ermöglicht. Weder die heiße Sonne, noch etwaiger Regen könnten unseren Mittsommerspass also trüben! Ich nehme aber mal vorweg, dass das Wetter die ganze Zeit optimal war.

Es gab viel zu tun und vorzubereiten. Um den geplanten Eintopf zuzubereiten  musste ein Dreibein improvisiert werden. Außerdem wollten wir ein Sonnenrad bauen. Jede Menge wichtige Kleinigkeiten und Zwischenschritte wurden erledigt und natürlich kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Nach der Stärkung durch den wunderbar gelungenen Eintopf und ganz besonders schmackhaftes Stockbrot sprachen wir nun über unseren Programmpunkt, den Andreas für uns vorbereitet hatte. Inspiriert durch Vorträge von Uwe Ecker beim letztjährigen Eldathing erklärte er uns, wie Tagtraumreisen funktionieren und was sie aussagen können bzw. wie man diese interpretieren kann. Es wurden Zweiergruppen gebildet und, nachdem Andreas erklärte was der Partner in seiner Fragestellung beachten müsse, war jeder mal der Traumreisende und der fragende Partner. Nach dieser Gruppenarbeit setzten wir uns zusammen und jeder erzählte von den gerade gesammelten Erfahrungen. Es entstanden sehr interessante und vielfältige Schilderungen von dem eben Erfahrenen.

Anschließend begannen wir den Altar zu schmücken und das Blót vorzubereiten.

Wir begannen das Blót wie immer mit der Hammerweihe, gefolgt von der Kreisschließung und Tristan vollzog die Feuerweihe.

Nachdem das Feuer geweiht wurde und uns als Tor zu den Welten offen stand, entzündeten wir daran drei Fackeln. Jede stand für eine Ebene des Weltenbaums.

Wir luden Götter und Ahnen ein und teilten Speis und Trank. Andreas übernahm die Weihe des Gebildbrotes und Dieter weihte das Trankopfer.

Mittsommer ist das Fest des Sommers, der Sonne, welche nun Ihren Zenit erreicht hat. Um das darzustellen hatten wir ein Sonnenrad gebaut und mit Stroh ausstaffiert. Dieses Sonnenrad entzündeten wir jetzt mit den drei Fackeln, welches auch sofort lichterloh in Flammen stand. Ich hielt es solange es brannte in die Höhe und alle konnten beobachten wie sich das Sonnerad entzündete, einige Zeit hell brannte und schließlich langsam verlöschte. Ganz so wie der Jahreskreis, den dieses Sonnenrad ja darstellen soll.

Abgeschlossen wurde das Ritual mit einem stimmungsvollen Sumbel, welches sich auch wieder länger als über die klassischen drei Runden ausdehnte.

Nun zu vorgerückter Stunde verabschiedete sich ein Teil der Gruppe Nachhause und der Rest bereitete sich um das Feuer die Schlaflager.

Am Morgen räumten wir den Platz wieder komplett auf, löschten das Feuer und beschlossen das Blót offiziell. Es war wieder eine sehr gelungene Veranstaltung des Heidenstammtisch Trier und ich danke allen die daran mitgewirkt haben und dafür gesorgt haben, dass wir wieder ein unvergessliches Wochenende erleben konnten!

 

Ostara 2017

Unser Ostara-Fest begann abenteuerlich. Wir wollten zu unserem Blótplatz mit dem überhängenden Felsen. Auf dem Weg dorthin standen wir allerdings plötzlich mitten im Wald vor einer Sperrung wegen Baumfällarbeiten. Nach einem kurzen Moment der Ratlosigkeit fanden wir allerding nicht weit entfernt eine Schutzhütte. Diese Hütte und der Platz davor waren für unser Fest ebenso gut geeignet und wir machten uns voller Vorfreude an die Vorbereitungen.

Nachdem die Vorbereitungen, wie z.B. den Winter aus Stöcken und Stroh bauen, abgeschlossen und der Altar und die Hütte geschmückt waren, schritten wir mit Dieter den Blótplatz dreimal ab um den Platz der Nemetona zu weihen.

 

Cornelis führte dann seine eindrucksvolle Hammerweihe durch und Erinn weihte das Feuer mit Salz und Hefe. Anschließend entzündeten wir unsere drei Fackeln am geweihten Feuer.

Nun war es an der Zeit die Götter, Ahnen und Wesenheiten einzuladen. Tristan begann mit Ostara, ich rief Nerthus und Cornelis rief Freyr und Gerda an und bekräftigte diese Anrufung durch den Vortrag eines selbstgeschriebenen Liedes. Nach der Anrufung weiterer germanischer und keltischer Gottheiten rundeten wir die Anrufungen durch das Singen des kurzen Liedes „Kommt ihr Wesen“ ab.

Jetzt wo alle wohlgesonnenen Wesen eingeladen waren, konnten wir also auch das Brot teilen, führten das Speisopfer durch und Tristan weihte die Hörner mit Viez und Apfelsaft der Idunna. Astrid führte noch ein privates Trankopfer für ihre Ahnen durch mit starkem und vom Vater gebrannten Trauben-Honigbrand, was sich sehr stimmig in das ganze Ritual einfügte.

Da Ostara ein Frühlingsfest ist, bei dem das werdende und junge zarte Leben im Zentrum steht, säten wir zu Ehren der gastgebenden Wesen des Ortes einige Kräuter und andere Sämereien um den Platz.

Ostara steht aber auch für die Verabschiedung des Winters und da griffen wir jetzt die Tradition des Winteraustreibens auf. Wir bauten ja vorher eine Strohpuppe, die für den Winter stehen sollte. Ich hielt sie hoch und sprach:

Nun treiben wir den Winter aus,

Wir treiben ihn über Berg und Tal

Jetzt wurde die Puppe dem Feuer übergeben, welches das Stroh auch gierig verschlang.

Nun trieben wir den Winter aus,

Und bringen den lieben Sommer wieder,

Den Sommer und auch den Maien,

Der Blümlein sind mancherleien

Das Blót wurde dann mit dem Sumbel weitergeführt, das sich natürlich wieder über etliche Runden erstreckte und das Band der Gemeinschaft wieder spürbar festigte.

Nach dem Sumbel folgte aber nicht etwa die Beschließung, sondern der Frühling wurde noch mit Folienkartoffeln, Eiern und grüner Soße weitergefeiert.

Satt und zufrieden beschlossen wir dann zu später Stunde das Blót, dankten den Göttern für ihren Schutz, löschten das Feuer und fuhren schließlich nach Hause.

 

 

Wichtige Änderung zu den Stammtisch-Terminen

Der Stammtisch findet ab jetzt immer monatlich an jedem zweiten Dienstag im Monat  ab 19:00 Uhr im Restaurant Postillion in der Herzogenbuscher Straße, Trier statt. Die Tage werden aber stets hier veröffentlicht.

UPDATE 28.04.2017:

Nachdem sich der regelmäßige Termin nicht bewährt hat, kehren wir zum alten Modell zurück und suchen die Tage individuell nach Abstimmung!

Jul 2016/2017

Am Samstagabend den 07.01. haben wir uns bei eisigen Temperaturen getroffen um gemeinsam das Julfest zu feiern. Nachdem wir dann geschlossen von einem Parkplatz in der Nähe zum Platz fuhren begannen wir damit den atemberaubenden Platz mit dem natürlichen Fels-Altar zu schmücken und stimmten uns bereits auf das kommende Fest ein.

  

Nachdem das Feuer brannte wurde es sogar so warm das man die Jacken hätte ausziehen können, da die Wärme von den überhängenden Felsen reflektiert und gehalten wurde.

Nachdem Astrid mit drei lauten Hornstößen die Zeremonie einleitete begann Cornelis schließlich mit der selbstgeschriebenen Hammerweihe und Andreas weihte das Feuer. Wie immer entzündeten wir nun die Fackeln auf die drei Ebenen Asgard, Midgard und Utgard.

Ich rief Wodan und Holle an, gefolgt von Freyr, Uller und Skadi um diese zum Feste einzuladen. Aus dem Kreis wurden anschließend noch viele andere germanische und keltische Götter eingeladen.

Nach der Einladung an die Götter wurden dann die Ahnen in die Runde gebeten.

Als die Einladungen alle ausgesprochen waren konnte das Fest also beginnen und ich weihte den Met dem Wodan und den Apfelsaft der Iduna.

Das Opferbrot in Form eines Ebers, das Jolagalt, wurde Freyr geweiht, und wir teilten es dann mit Göttern und Ahnen.

Es folgten nun die Sumbelrunden, und es machte sich nun auch ein anderer Gast bemerkbar und unser Sumbel wurde sehr lange von dem lauten Rufen eines Käuzchens begleitet. Wie bei uns üblich wurde lange, ausdauernd und zunehmend emotionaler gesumbelt. Es wurde viel über neue anstehende Dinge im noch jungen Jahr nachgedacht und das alte Jahr verabschiedet.

Schließlich beendete ich das Blót und dankte Thor/Donar für seinen Schutz.

Ich danke allen für ihr Kommen, und wir haben auch an alle gedacht die gerne gekommen wären aber nicht konnten, bzw. die die zu unserer Gruppe gehören und nicht dabei waren. Es war ein tolles, stimmiges und lockeres Blót, das Spaß, Freude und Emotionen vermitteln konnte.

Abgrenzung zur Irminsul auf den Externsteinen

Wir als Gruppe von Heiden distanzieren uns von einer solchen Aktion und dieser Symbolwirkung!
Hier wurde (neben dem strafrechtlich relevanten Hausfriedensbruch und dem Verstoß gegen den Denkmalschutz und einem dadurch resultierendem Feuerwehreinsatz) ein Kontext hergestellt zwischen einen Symbol das bei germanischen Heiden sehr beliebt ist, einem Ort der ebenfalls oft als Kraftort oder Kultplatz gehandelt wird (die Authentizität des Symbols oder des Platzes als Kultort soll an dieser Stelle nicht das Thema sein) und brauner Ideologie, geschehen durch die Farbgebung (Reichsfarben) der Irminsul. Wir bedauern sehr das durch einige Spinner aus rechten Kreisen jetzt wieder öffentlich ein Bild von einem Heidentum projeziert wird, gegen das wir als Heidenstammtisch Trier aufklären und gegen das wir uns entschieden abgrenzen!
 
Ergänzung 06.01.2017
Mittlerweile haben die Vereine Eldaring e.V., Celtoi e.V und VfgH e.V. da ein offizielles Statement in Form einer Presseerklärung verfasst, dem wir uns da natürlich vollumfänglich anschließen:

 

Stellungnahme / Presseerklärung der Vereine Eldaring e.V., Verein für Germanisches Heidentum (VfGH) e.V. und Celtoi e.V.

In der Nacht des 31.12.2016 wurde eine stilisierte „Irminsul“ in den Farben weiß-rot-schwarz auf den Externsteinen, einer Felsformation des Teutoburger Waldes im Kreis Lippe, von Unbekannten nach Art eines Gipfelkreuzes angebracht.

Dass die fragliche Irminsul-Nachbildung in den Farben des Kaiserreichs und des 3. Reichs gehalten wurde, legt nahe, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine politisch motivierte Tat aus dem rechtsextremen Spektrum handelt. Mithin wurde ein religiöses Symbol für einen politischen Zweck missbraucht – mal wieder.

Wir verurteilen diese Tat in aller Deutlichkeit und hoffen, dass die Täter ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. Wer immer für diese Aktion verantwortlich ist, hat eine Straftat begangen und dem Heidentum einen Bärendienst erwiesen. Den politischen, insbesondere rechtsextremen Missbrauch heidnischer Symbolik, in diesem Falle der Irminsul, verurteilen wir auf das Schärfste! Wir wehren uns mit Nachdruck gegen Versuche der Vereinnahmung heidnischer Symbole durch rechtsextreme Kreise.

Die Irminsul – auch Ermensul – wird in heidnischen Kreisen als Symbol des Lebensbaumes verstanden und oft mit der Yggdrasil der isländischen Überlieferung gleichgesetzt. Die Yggdrasil verbindet die neun Welten der nordeuropäischen Mythologie miteinander. Im Zuge des Eroberungskrieges Karls des Großen gegen die Sachsen im 8. Jahrhundert soll eine für den Kult der Sachsen bedeutsame Irminsul durch die Franken vernichtet worden sein. In Erinnerung an die altsächsische Irminsul wird von vielen Neuheiden heute eine stilisierte Irminsul als Symbol ihrer religiösen Identität verwendet.

Ob die Externsteine in vorchristlicher Zeit Schauplatz kultischer Handlungen waren, ist nicht belegt. Die Externsteine sind jedoch ein ehrfurchtgebietendes Naturdenkmal und sollten als solches gewürdigt und respektiert werden. Jedwede Instrumentalisierung der Externsteine für extremistische Inszenierungen lehnen wir in aller Deutlichkeit ab.

Die Vorstände des Eldaring e.V., VfGH e.V. und Celtoi e.V.

Der Heidenstammtisch Trier wünscht…

… allen Mitgliedern und Freunden ein schönes Julfest, eine tolle Wintersonnenwende und ruhige und besinnliche Rauhnächte!

Wir bringen nun ein bewegtes Jahr zu Ende. Jeder bringt wichtige Kapitel zum Abschluss, oder beginnt neue. Für jeden steht das scheidenende Jahr für mehr oder weniger große Veränderungen. Gerade in unserer Gruppe standen oder stehen viele persönliche Veränderungen an. Auch als Heidenstammtisch sind wir einen neuen Weg gegangen in dem wir zum Beispiel das Hochwald-Thing veranstaltet haben.

Auch ganz allgemein ist das Jahr ein schwieriges Jahr gewesen und es sind weltweit Dinge geschehen und Entwicklungen vonstatten-gegangen die uns durchaus allen Sorgen bereiten. Wir denken beim Ahnengedenken zum Julfest und den Rauhnächten auch an die, die dieses Jahres von uns gegangen sind. Sei es ob sie uns persönlich bekannt waren, ob sie Idole von uns waren (denn auch solche sind dieses Jahr sehr viele gestorben), ob sie Opfer des Terrors, des Krieges, Verbrechen oder politischer Entwicklungen waren. Hegen wir die Hoffnung, dass das nächste Jahr insgesamt friedlicher wird.

Positives beginnt aber im kleinen. Bei jedem selbst und auch in unserer Gruppe. Uns ist es bisher gelungen Offenheit zu demonstrieren und trotz persönlicher und religiöser, bzw. spiritueller Unterschiede zusammenzuhalten und den Heidenstammtisch so zu einem Ort des lebendigen Austauschs und des gelebten Heidentums zu machen. Diesen Gedanken und diese Motivation  müssen und werden wir weiter führen.

Ich freue mich auf das nächste Jahr mit dem Heidenstammtisch Trier, auf den Austausch, die bekannten und neue Gesichter!

Daniel